Hegen Sie auch den Wunsch, Ihrem Alltag von Zeit zu Zeit etwas mehr Pep zu geben? Nicht immer der Monotonie des Trotts zu folgen? Wie in der freien Natur Ihre Reaktionsfähigkeit und Flexibilität zu schulen? Einfach mal unverhofft Abenteuer zu erleben, etwas ganz Unerwartetes? Da habe ich einen Tipp für Sie. Versuchen Sie es mit der Schaffung einer eigenen Realität. Bauen Sie sich für eine Zeit Ihre eigene kleine Wahrheit auf, die gleichberechtigt neben der anderen, allgemeinen Wahrheit existiert, und erleben Sie, was passiert, wenn beide Wahrheiten plötzlich miteinander kollidieren. Sie denken an einen Seitensprung? Geht vielleicht auch. Aber ich möchte ein anderes Beispiel anführen. Sie sind nun eingeladen, mir in diesem kleinen Gedankenexperiment zu folgen.
Organisieren Sie einen längeren oder auch kürzeren, in jedem Fall für Ihr weiteres Leben bedeutungsvollen Auslandsaufenthalt und buchen Sie möglichst früh einen Flug dafür. Wenn es noch Schnäppchen gibt. Freuen Sie sich dann, dass Sie den Flug so günstig bekommen haben und legen Sie das Ganze gedanklich erst mal ad acta, denn Sie haben ja noch viel Zeit bis zur Abreise.
Wenn der Zeitpunkt langsam näher rückt, werden die Menschen in Ihrem Umfeld Sie automatisch häufiger auf Ihr Vorhaben ansprechen. Sie werden vor allem gefragt werden, wann's denn nun losgeht. Sprechen Sie darüber. Sie müssen nicht noch einmal in Ihre Unterlagen schauen, denn die Reisedaten haben sich unauslöschlich in Ihr Hirn eingebrannt. Erzählen Sie, wann der große Tag ist, das macht die Sache fassbarer und steigert die Vorfreude. Markieren Sie das Datum in Ihrem Kalender und erzählen Sie allen davon, Ihren Kollegen, Eltern, sofern noch vorhanden, Kindern, sofern schon vorhanden, Ihren Freunden von Usedom bis Konstanz und am besten auch Ihren Tanten und Onkeln, Nichten und Neffen. Sie werden merken, wie nah Sie durch die Erzähltradition selbst innerlich diesem schönen, großen Tag kommen.
Wenn schließlich nur noch etwa 48 Stunden fehlen, leiten Sie die konkreten Vorbereitungen ein. Waschen, trocknen, Postverwaltung organisieren, Rechnungen bezahlen, verabschieden hier und da, Abwesenheitsassistenten im Mailprogramm einrichten und so weiter. Schließlich packen. Sie müssen jetzt nur noch ein Mal schlafen.
Der große Tag. Stehen Sie in aller Ruhe auf, frühstücken, duschen und was Sie sonst noch so tun, packen Sie die letzten Kleinigkeiten ein und freuen Sie sich, wenn Ihr Partner Sie zum Flughafen begleiten kann. Fahren Sie schließlich zum Flughafen, Ankunft anderthalb Stunden vor Abflug, genügend Zeit für alles. Gehen Sie zum elektronischen Check-In für Ihren Linienflug und geben Sie Ihre Daten ein. Wenn das nicht klappt und der Automat Ihnen etwas von der geringen verbleibenden Zeit bis zum Abflug erzählt, wegen der der elektronische Check-In nicht durchgeführt werden könne, lassen Sie sich nicht beirren. Sie wissen ja, dass Sie noch mehr als genug Zeit haben. Seien Sie auch ganz gelassen, wenn eine freundliche Dame vom Bodenpersonal sich Ihnen zur Hilfe anbietet und geben Sie Ihr spaßeshalber den Ausdruck mit Ihrem Buchungscode zur Ansicht. Und nun, liebe Leserin, lieber Leser, erleben und genießen Sie das einzigartige Gefühl des Zusammenpralls zweier Realitäten, Kulturwisenschaftler sprächen von einem Clash of Realities, wenn die nette Dame Ihnen mit Bedauern in der Stimme sagt: "Nun, dieser Flug war gestern, am Dreißigsten, heute ist der Einunddreißigste."
Ich verspreche Ihnen, es dreht sich Ihnen buchstäblich der Magen um. Blut schießt Ihnen ins Gesicht. Monatelang haben Sie unermüdlich Überzeugungsarbeit an sich selbst und anderen für das Faktum geleistet, dass Sie am 31. reisen und sich für längere oder kürzere, in jedem Fall für Ihr weiteres Leben bedeutungsvolle Zeit verabschieden. Und nun kosten Sie bitte diesen Moment aus, wenn das überzeugend geschaffene Faktum plötzlich kollidiert mit der leider unveränderlichen Realität des Sie umgebenden Zeit-Raum-Kontinuums. Genießen Sie, sobald Sie sich vom ersten erholt haben, einen weiteren Adrenalinschub und fühlen Sie, wie Ihnen das Herz in die Hose rutscht, wenn die Dame am Lufthansa-Schalter Ihnen erklärt, dass der Rückflug nun auch automatisch verfällt, weil Sie die Schnäppchenklasse gebucht haben, und dass eine Umbuchung zu ähnlichen Zeiten satte 800 Euro kosten würde. Aalen Sie sich schließlich als Sahnehäubchen in dem erleichternden Gefühl, wie vergleichsweise billig doch 200 Euro sein können, für die Ihnen die Dame am Last-Minute-Schalter einen Flug am nächsten Tag verscherbelt. Bedenken Sie, Sie haben gerade ein unvergleichlich spannendes Wechselbad der Gefühle bekommen für lächerliche 200 Kröten! Sollten Sie wohlhabend sein, empfehle ich Ihnen den Spaß geradezu jeden zweiten Tag!
Aber besagter Spaß ist noch nicht ganz vorbei, ein kleines Betthupferl gibt' noch mit auf den Weg: Sie befinden sich jetzt nämlich bis zu Ihrer Ankunft am geplanten Zielort in einer Raum-Zeit-Blase, auf einer Art existenziellem Nebenpfad. Eigentlich und der Aussage eines gedruckten Datensatzes zufolge wären Sie schon einen Tag vorher am Ort Ihrer Bestimmung gewesen, wären also in diesem Moment schon da. Ihrer bis vor kurzem realen Überzeugung gemäß wären Sie jetzt gerade auf dem Weg dorthin, vielleicht gerade in der Luft. Auch Ihre Freunde, Verwandten und Kollegen wähnen Sie dort. Beides trifft aber nicht zu, denn Sie haben den Pfad der Planung des Seins willentlich oder unwillentlich verlassen und schlagen einen Haken durch Zeit und Raum. Abgefahren, sage ich Ihnen. Ich kann Ihnen das nur ans Herz legen. Bin nun auch schon ganz gespannt, wie es wird, wenn ich morgen aufbreche, um in mein ursprünglich vorgesehenes Kontinuum zurückzukehren. Und vor allem, wann ich dort ankomme.
Montag, 31. Januar 2011
Montag, 27. September 2010
Karate Kids Gnadenbrot
Ich war ja nie ein besonderer Freund (und auch keine Freundin) der typischen Mädchensportarten. Meine ganze Kindheit und Jugend hindurch war ich für alles Tänzerische und Turnerische zu plump, und später wollte ich lieber meine männliche Seite betonen und entschied mich für Kampfsport, wo ich mich bekanntermaßen noch immer gern balge. Nun kamen aber zwei Ereignisse zusammen, die mich meine Einstellung überdenken ließen: Erstens las ich kürzlich einen Text von Elizabeth Gilbert, der Dame, die die Literaturvorlage zum jetzt erschienenen Film "Eat. pray. love" lieferte. In diesem Text erzählte Frau Gilbert von ihrem Yoga-Erweckungserlebnis. Das trug sich dergestalt zu, dass Frau Gilbert gar nicht wusste, was das ist, Yoga. Aber sie hatte immer Rückenschmerzen und deshalb schickte eine Freundin sie zur Yogastunde. Und als sie so schwitzend dalag und in einer Übung ihre Wirbelsäule dehnte, schrie die Wirbelsäule plötzlich "Jaaaa, das will ich, das habe ich immer gewollt!" oder so ähnlich. Und von da an hörte Frau Gilbert nie mehr auf, Yoga zu machen, und ihre Wirbelsäule sprach weiter freundlich zu ihr und tat nicht mehr weh.
Tags darauf (das gehört immer noch zu erstens, ich wollte nur mal einen Absatz machen) erzählte mir dann eine Freundin von ihren gerade gemachten ersten Yogaerfahrungen (ohne dass wir zuvor über Frau Gilbert gesprochen hätten), und sie kam schließlich zu dem Satz: "Ich weiß nicht, irgendwie sagt mein Körper immer so 'ja!' bei allen Yogaübungen." Da durchfuhr es mich dann doch wie ein Potzblitz. Zwei Frauen, zwei Leben, die sich nie gekreuzt haben, zwei Geister, die nichts voneinander wissen, und beider Körper sagen das Gleiche zum Yoga! Und da haben wir noch gar nicht diskutiert, dass Körper überhaupt plötzlich zu ihren Besitzern sprechen!
Zweitens, und das ist nun das späte Zweitens, habe ich seit geraumer Zeit mit einer Ellbogenentzündung zu kämpfen, mit der man sich beim besten Willen nicht schmerzfrei kampfsportmäßig balgen kann. Da die Leibesertüchtigung nun aber nicht ganz wegfallen soll und ich ja gerade so viel Positives darüber gehört hatte, probierte ich es also aus: Yoga. Eine hierzulande doch eher von Mädchen betriebene Sportart, wie mir die meisten beipflichten werden. Aber sei's drum, mir tat der Arm weh und ich wollte mich trotzdem bewegen, und vielleicht hätte ich ja auch so ein Ja-Erlebnis.
Das erste Erlebnis der besonderen, auch besonders schönen Art, zugleich wohl der Grund, warum nur ein einziger Mann außer ihm in der Halle zu finden war, war der Yogi. Vielleicht darf man ihn auch gar nicht Yogi nennen und er war einfach nur der Trainer. Jedenfalls hatte er den Körper Gottes in seinen besten Jahren, dazu mokkacremefarbene Haut und hüftlange Dreadlocks. Ich vermute, dass er ein echter jamaikanischer Rastafari ist. Er spricht jedenfalls wie ein Inder, der lange in Holland gelebt und etwas zu spät, mit Anfang 20, angefangen hat, Deutsch zu lernen. Das Ureigenste seiner Sprache, vielleicht auch ein Einfluss des Yoga, ist, dass Singular und Plural in Harmonie miteinander verschmelzen. Das hat den schönen Effekt, dass man nie genau weiß, wer angesprochen ist und wie viele, dass sich also alle ganz schnell als ein einziges Wesen fühlen. Was sollte man auch anderes tun bei zart gesäuselten Aufforderungen wie "Wenn du kannst, streckt Sie (oder sie) die Hand zu eure Fuß". Oder "wenn sie (oder Sie) kann, dreh dich mit die andere Seite in die obere Richtung". Zeit, Zahl, Raum und Wesen werden eins, die Abgrenzung des Individuums von seiner Umwelt verschwimmt zu einer undeutlichen Erinnerung an früher. Am schönsten und, wie ich später lernte, für den ganzen Wohlfühlsportkontext wichtigsten ist aber die mantrahaft wiederholte Mahnung "Nimm deine Schulter weg von die Ohre!" Ich interpretierte scharf und richtig, dass damit das Absenken beider Schultern ohne Zuhilfenahme der Hände gemeint ist, stelle mir aber seitdem immer wieder gern vor, wie die rechte Hand die am linken Ohr (und umgekehrt) versehentlich festgeklebte Schulter abzupft und wieder an ihrer gegebenen Stelle einklinkt.
Nun, ich hatte alles in allem eine unterhaltsame erste Yogastunde, in dieser jedoch kein Ja-Findungserlebnis und hinterher stärkere Armschmerzen. Die Armschmerzen sollten mich so schnell nicht wieder verlassen, weshalb ich in den folgenden Wochen eine kleine Rundreise durch das Angebot vermeintlich armschonender Mädchensportarten meines Vereins antrat. Karate Kid wird ja auch älter und darf es mal etwas ruhiger angehen lassen, dachte ich etwas wehmütig. Und probierte aus:
Nach Yoga kam Pilates. Darunter hatte ich mir nun etwas vollkommen anderes vorgestellt als das, was ich, auf schweißtreibenden Body-Workout und dergleichen eingestellt, geboten bekam: Hauptsächlich verbrachte ich die Stunde mit dem Versuch zu verstehen, wann ich ein- und wann ausatmen sollte, ob bei Kopf/Bein runter oder hoch. Und ich versuchte meine drei zwischen den Beinen befindlichen Körperöffnungen fest zu verschließen, wie mir befohlen, wenn auch mit dem leisen Hinterkopfgedanken, dass ich diese Öffnungen ohnehin die meiste Zeit geschlossen zu tragen pflege. Außerdem schwitzte ich nicht einen Tropfen, und das war mir besonders unheimlich, pflege ich doch bei körperlicher Betätigung wie eine Art wildes Tier zu transpirieren (und sagen Sie jetzt bitte nciht, wilde Tiere transpirieren nicht).
Das Ja fand ich aber ganz unerwartet beim gar nicht spirituellen Kurs "Fitness Light". Das Ja liegt dort geradezu auf der Straße, will sagen auf dem Hallenboden. Und es wird ständig hinausgejauchzt von der Trainerin, die einfach mit einem Mordsspaß bei der Rumgehüpfe-Sache ist und dies ihren zahlreichen Schäfchen gern durch in verschiedenen Tonlagen tirilierte "Jas" vermittelt. Beim ersten Mal dachte ich, oh Gott, das halte ich nicht aus. Genau hier war ich umgeben von all diesen Mädchen, deren Sportarten ich doch nie machen wollte! Ich, Karate Kids kleiner Kumpel!
Aber was soll ich sagen, in der Not pickt auch das Kid die Brotkrumen vom Hallenboden auf. Immerhin war ich eine von zwei Teilnehmerinnen am Pilates-Kurs am 27.12. (scheren Sie sich nicht um das oben stehende Datum, lieber Leser, Neujahr ist schon vorbei, das ist die traurige Wahrheit), ich bin da also schon mit dieser gewissen Härte bei der Sache, die sonst fast nur echte Kampfsportler zeigen. Und ich habe standhaft abgelehnt, als man mich an jenem Tag freundlich zu "Fit über 50" einlud, nur weil ich wartend vor der anderen Halle stand. Und was Koordination und Gelenkigkeit angeht, kann ich den Hüpfi-Schickies schon zeigen, wo der Hammer hängt. Übrigens ist in jedem Kurs immer ein Quotenmann dabei, scheint eine goldene Regel zu sein. Und ich bin seit meiner Armkrankheit immer die Eifrige, die partout barfuß hüpft, weil sie keine schicken Turnschuhe hat und Kampfsportler nunmal barfuß trainieren, und die außerdem in ziemlich unvorteilhaften alten Schlabbersachen sportelt, weil sie ja schlecht im Karateanzug hingehen kann und nicht bereit ist, sich für ein temporär angelegtes Mädchengehüpfe extra schicke schwarz-rosa Hüpfsachen zu kaufen. Mit Yoga, habe ich beschlossen, warte ich lieber noch ein paar Jahre. Bis ich bereit bin für die Ja-Findung.
Tags darauf (das gehört immer noch zu erstens, ich wollte nur mal einen Absatz machen) erzählte mir dann eine Freundin von ihren gerade gemachten ersten Yogaerfahrungen (ohne dass wir zuvor über Frau Gilbert gesprochen hätten), und sie kam schließlich zu dem Satz: "Ich weiß nicht, irgendwie sagt mein Körper immer so 'ja!' bei allen Yogaübungen." Da durchfuhr es mich dann doch wie ein Potzblitz. Zwei Frauen, zwei Leben, die sich nie gekreuzt haben, zwei Geister, die nichts voneinander wissen, und beider Körper sagen das Gleiche zum Yoga! Und da haben wir noch gar nicht diskutiert, dass Körper überhaupt plötzlich zu ihren Besitzern sprechen!
Zweitens, und das ist nun das späte Zweitens, habe ich seit geraumer Zeit mit einer Ellbogenentzündung zu kämpfen, mit der man sich beim besten Willen nicht schmerzfrei kampfsportmäßig balgen kann. Da die Leibesertüchtigung nun aber nicht ganz wegfallen soll und ich ja gerade so viel Positives darüber gehört hatte, probierte ich es also aus: Yoga. Eine hierzulande doch eher von Mädchen betriebene Sportart, wie mir die meisten beipflichten werden. Aber sei's drum, mir tat der Arm weh und ich wollte mich trotzdem bewegen, und vielleicht hätte ich ja auch so ein Ja-Erlebnis.
Das erste Erlebnis der besonderen, auch besonders schönen Art, zugleich wohl der Grund, warum nur ein einziger Mann außer ihm in der Halle zu finden war, war der Yogi. Vielleicht darf man ihn auch gar nicht Yogi nennen und er war einfach nur der Trainer. Jedenfalls hatte er den Körper Gottes in seinen besten Jahren, dazu mokkacremefarbene Haut und hüftlange Dreadlocks. Ich vermute, dass er ein echter jamaikanischer Rastafari ist. Er spricht jedenfalls wie ein Inder, der lange in Holland gelebt und etwas zu spät, mit Anfang 20, angefangen hat, Deutsch zu lernen. Das Ureigenste seiner Sprache, vielleicht auch ein Einfluss des Yoga, ist, dass Singular und Plural in Harmonie miteinander verschmelzen. Das hat den schönen Effekt, dass man nie genau weiß, wer angesprochen ist und wie viele, dass sich also alle ganz schnell als ein einziges Wesen fühlen. Was sollte man auch anderes tun bei zart gesäuselten Aufforderungen wie "Wenn du kannst, streckt Sie (oder sie) die Hand zu eure Fuß". Oder "wenn sie (oder Sie) kann, dreh dich mit die andere Seite in die obere Richtung". Zeit, Zahl, Raum und Wesen werden eins, die Abgrenzung des Individuums von seiner Umwelt verschwimmt zu einer undeutlichen Erinnerung an früher. Am schönsten und, wie ich später lernte, für den ganzen Wohlfühlsportkontext wichtigsten ist aber die mantrahaft wiederholte Mahnung "Nimm deine Schulter weg von die Ohre!" Ich interpretierte scharf und richtig, dass damit das Absenken beider Schultern ohne Zuhilfenahme der Hände gemeint ist, stelle mir aber seitdem immer wieder gern vor, wie die rechte Hand die am linken Ohr (und umgekehrt) versehentlich festgeklebte Schulter abzupft und wieder an ihrer gegebenen Stelle einklinkt.
Nun, ich hatte alles in allem eine unterhaltsame erste Yogastunde, in dieser jedoch kein Ja-Findungserlebnis und hinterher stärkere Armschmerzen. Die Armschmerzen sollten mich so schnell nicht wieder verlassen, weshalb ich in den folgenden Wochen eine kleine Rundreise durch das Angebot vermeintlich armschonender Mädchensportarten meines Vereins antrat. Karate Kid wird ja auch älter und darf es mal etwas ruhiger angehen lassen, dachte ich etwas wehmütig. Und probierte aus:
Nach Yoga kam Pilates. Darunter hatte ich mir nun etwas vollkommen anderes vorgestellt als das, was ich, auf schweißtreibenden Body-Workout und dergleichen eingestellt, geboten bekam: Hauptsächlich verbrachte ich die Stunde mit dem Versuch zu verstehen, wann ich ein- und wann ausatmen sollte, ob bei Kopf/Bein runter oder hoch. Und ich versuchte meine drei zwischen den Beinen befindlichen Körperöffnungen fest zu verschließen, wie mir befohlen, wenn auch mit dem leisen Hinterkopfgedanken, dass ich diese Öffnungen ohnehin die meiste Zeit geschlossen zu tragen pflege. Außerdem schwitzte ich nicht einen Tropfen, und das war mir besonders unheimlich, pflege ich doch bei körperlicher Betätigung wie eine Art wildes Tier zu transpirieren (und sagen Sie jetzt bitte nciht, wilde Tiere transpirieren nicht).
Das Ja fand ich aber ganz unerwartet beim gar nicht spirituellen Kurs "Fitness Light". Das Ja liegt dort geradezu auf der Straße, will sagen auf dem Hallenboden. Und es wird ständig hinausgejauchzt von der Trainerin, die einfach mit einem Mordsspaß bei der Rumgehüpfe-Sache ist und dies ihren zahlreichen Schäfchen gern durch in verschiedenen Tonlagen tirilierte "Jas" vermittelt. Beim ersten Mal dachte ich, oh Gott, das halte ich nicht aus. Genau hier war ich umgeben von all diesen Mädchen, deren Sportarten ich doch nie machen wollte! Ich, Karate Kids kleiner Kumpel!
Aber was soll ich sagen, in der Not pickt auch das Kid die Brotkrumen vom Hallenboden auf. Immerhin war ich eine von zwei Teilnehmerinnen am Pilates-Kurs am 27.12. (scheren Sie sich nicht um das oben stehende Datum, lieber Leser, Neujahr ist schon vorbei, das ist die traurige Wahrheit), ich bin da also schon mit dieser gewissen Härte bei der Sache, die sonst fast nur echte Kampfsportler zeigen. Und ich habe standhaft abgelehnt, als man mich an jenem Tag freundlich zu "Fit über 50" einlud, nur weil ich wartend vor der anderen Halle stand. Und was Koordination und Gelenkigkeit angeht, kann ich den Hüpfi-Schickies schon zeigen, wo der Hammer hängt. Übrigens ist in jedem Kurs immer ein Quotenmann dabei, scheint eine goldene Regel zu sein. Und ich bin seit meiner Armkrankheit immer die Eifrige, die partout barfuß hüpft, weil sie keine schicken Turnschuhe hat und Kampfsportler nunmal barfuß trainieren, und die außerdem in ziemlich unvorteilhaften alten Schlabbersachen sportelt, weil sie ja schlecht im Karateanzug hingehen kann und nicht bereit ist, sich für ein temporär angelegtes Mädchengehüpfe extra schicke schwarz-rosa Hüpfsachen zu kaufen. Mit Yoga, habe ich beschlossen, warte ich lieber noch ein paar Jahre. Bis ich bereit bin für die Ja-Findung.
Dienstag, 21. September 2010
Aus aktuellem Anlass: Vivat Russia!
Liebe Freunde, – wie soll ich es sagen – ich bin gleichzeitig unendlich gerührt und unendlich erstaunt über meine bisherige Blindheit. Ich schwöre, ich habe es bis gestern nicht gewusst: Ich bin ein Weltstar. Und ein Großteil meiner Fangemeinde wohnt in einem Land, das ich bisher weitgehend zu ignorieren versucht habe, über das ich aber ab sofort mehr zu lernen gedenke: Russland.
Dazu sollte ich erklären, dass ich in meiner grenzenlosen Weltfremdheit erst gestern bemerkte, dass es für die Art von Blogs, wie ich sie betreibe, ein Feld mit "Statistiken" gibt. Gesehen hatte ich das wohl schon mal mit einem Auge, aber in meiner Abscheu für alles Zahlenbezogene tunlichst den Klick gemieden. Dann kam mir plötzlich der Gedanke, dass diese sogenannten Statistiken ja etwas mit meinem Blog, genauer mit seinen Lesern zu tun haben könnten. Und siehe da: Eine neue Welt tat sich mir auf. Nicht nur, dass mehrere hundert Leser Septentryo auch in der großen Zeit der Dürre, als Fraunoelle monatelang nicht einen Eintrag veröffentlichte (heute schämt sie sich dafür, wirklich!), treu verfolgten. Was mein Kosmopolitenherz noch viel heftiger in Wallung versetzte (oder war das das Blut?), ist die Internationalität meiner Leserschaft. Septentryo erfreut sich der Beliebtheit von Luxemburgern, Briten, US-Amerikanern, ja sogar in Hongkong gibt es offenbar höchst fleißige Deutschlerner oder aber emsige Exilierte. Die Chinesen lassen Septentryo, scheint's, durch die strenge Zensur schlüpfen, denn auch dort werden wir gelesen.
Weniger erfreute mich, dass der Lieblingspost der letzten Monate "Besoffene Vögel mit Hauben" ist, weit abgeschlagener Spitzenreiter vor den Geschichten aus Kuba. Die Tatsache, dass es in besagtem Text um eine Haubitze, also ein Kriegsgerät geht, lässt mich folgern, dass sich in meiner Leserschaft nicht wenige Militaria-Fetischisten befinden. Keine Ahnung, über welchen Backlink die hier gelandet sind, aber lasst euch gesagt sein, ihr Möchtegern-Kriegstreiber und Haudraufs: Ihr seid hier falsch. Septentryo ist ein zwar manchmal ordinäres, aber durch und durch pazifistisches Blog. Wenn ihr bereit seid, eure Waffensammlungen an Brot für die Welt zu spenden, seid ihr herzlich willkommen, ansonsten: Tummelt euch woanders!
Nun aber zum schon angedeuteten, für mich bewegendsten Teil meiner gestrigen Entdeckung: meinen unbekannten russischen Freunden. Für den Monat September lag die Häufigkeit der Seitenaufrufe in Russland gleich hinter der in Deutschland, und zwar mit sechs Aufrufen. Ich kann ja nun nicht gut rechnen und habe auch gerade nicht nachgeschaut, wie viele Einwohner Russland hat, aber ich könnte mir durchaus vorstellen, dass diese sechs Russen etwa ein Millionstel der Einwohner dieses riesigen Landes darstellen. Das ist doch schon was! Und über einen längeren Zeitraum verteilt waren es auch noch mehr, ich wollte jetzt nur nicht so angeben. Jedenfalls reichen die sechs Russen aus, um Russland auf der hübsch illustrierten statistischen Septentryo-Weltkarte hellgrün einzufärben. Deutschland ist auf dieser Karte dunkelgrün gefärbt (das heißt also, für alle mitleidigen Schmunzler, dass es in unserem Lande ein paar mehr sind als sechs, sogar mehr als sechzig, ätsch); außer Russland schaffen es noch China und die Vereinigten Staaten für den Monat September ins helle Grün. Man stelle sich vor und greife sich bewegt an die Brust: die einstigen Klassenfeinde und heutigen Wirtschaftsrivalen friedvoll vereint in einem einzigen frischen Mintton! Und dazwischen, in sattem Moosgrün, das liebe Deutschland als Mittler und Zusammenführer! Schlagen da nicht Diplomatenherzen höher (da fällt mir ein, vielleicht sind meine ausländischen Leser ja sogar Diplomaten. Huhuu, Kuckuck, hab euch erkannt!)?
Vor allem drängt es mich aber zu erfahren: Wer seid ihr, fremde Russen? Russlanddeutsche? Ich dachte immer, die können eigentlich kein Deutsch und wollen trotzdem in Deutschland wohnen, weil's hier schöner ist. Ehemalige KGB-Agenten, Nostalgiker der DDR? Aber ich bin doch Wessi, findet ihr bei mir, was ihr sucht? Oder habt ihr von der Stasi erfahren, dass die Familie meines Vaters damals vor den Sowjets aus Sachsen floh und hattet mich eh in den Akten? Oder seid ihr am Ende einfach nur unspektakuläre Studenten der Germanistik oder, noch schlimmer, deutsche Studenten der Slawistik, die ein bisschen virtuelle Heimatluft schnuppern wollen? Geht ja doch immer mal wieder um Heimat bei Septentryo, das habt ihr richtig erkannt.
Liebe sechs Russen, wer auch immer ihr seid, ich kann eure Sprache nicht. Deshalb bin ich froh und dankbar, dass ihr meine könnt. Ich würde euch ja auch gern mal besuchen, aber irgendwie ist mir eure Regierung nicht ganz koscher und auch nicht eure goldbehängten Milliardärsgattinen, und ich kann immer nur eine ganz kleine Pfütze Wodka trinken, dann schüttelts mich schon. Ich bin also nicht sehr geeignet für ein Leben bei euch. Aber ich danke euch für euer Interesse an Septentryo, und ihr seid ganz herzlich eingeladen zur nächsten Lesung. Die findet im Freien statt im Oktober, dürfte für euch also ein angenehmes Ambiente sein, in dem ihr euch mit viel Wodka warmtrinken könnt. Ich glaube, für euch sechs hätten wir hier zur Not sogar ein Schlafplätzchen.
Dazu sollte ich erklären, dass ich in meiner grenzenlosen Weltfremdheit erst gestern bemerkte, dass es für die Art von Blogs, wie ich sie betreibe, ein Feld mit "Statistiken" gibt. Gesehen hatte ich das wohl schon mal mit einem Auge, aber in meiner Abscheu für alles Zahlenbezogene tunlichst den Klick gemieden. Dann kam mir plötzlich der Gedanke, dass diese sogenannten Statistiken ja etwas mit meinem Blog, genauer mit seinen Lesern zu tun haben könnten. Und siehe da: Eine neue Welt tat sich mir auf. Nicht nur, dass mehrere hundert Leser Septentryo auch in der großen Zeit der Dürre, als Fraunoelle monatelang nicht einen Eintrag veröffentlichte (heute schämt sie sich dafür, wirklich!), treu verfolgten. Was mein Kosmopolitenherz noch viel heftiger in Wallung versetzte (oder war das das Blut?), ist die Internationalität meiner Leserschaft. Septentryo erfreut sich der Beliebtheit von Luxemburgern, Briten, US-Amerikanern, ja sogar in Hongkong gibt es offenbar höchst fleißige Deutschlerner oder aber emsige Exilierte. Die Chinesen lassen Septentryo, scheint's, durch die strenge Zensur schlüpfen, denn auch dort werden wir gelesen.
Weniger erfreute mich, dass der Lieblingspost der letzten Monate "Besoffene Vögel mit Hauben" ist, weit abgeschlagener Spitzenreiter vor den Geschichten aus Kuba. Die Tatsache, dass es in besagtem Text um eine Haubitze, also ein Kriegsgerät geht, lässt mich folgern, dass sich in meiner Leserschaft nicht wenige Militaria-Fetischisten befinden. Keine Ahnung, über welchen Backlink die hier gelandet sind, aber lasst euch gesagt sein, ihr Möchtegern-Kriegstreiber und Haudraufs: Ihr seid hier falsch. Septentryo ist ein zwar manchmal ordinäres, aber durch und durch pazifistisches Blog. Wenn ihr bereit seid, eure Waffensammlungen an Brot für die Welt zu spenden, seid ihr herzlich willkommen, ansonsten: Tummelt euch woanders!
Nun aber zum schon angedeuteten, für mich bewegendsten Teil meiner gestrigen Entdeckung: meinen unbekannten russischen Freunden. Für den Monat September lag die Häufigkeit der Seitenaufrufe in Russland gleich hinter der in Deutschland, und zwar mit sechs Aufrufen. Ich kann ja nun nicht gut rechnen und habe auch gerade nicht nachgeschaut, wie viele Einwohner Russland hat, aber ich könnte mir durchaus vorstellen, dass diese sechs Russen etwa ein Millionstel der Einwohner dieses riesigen Landes darstellen. Das ist doch schon was! Und über einen längeren Zeitraum verteilt waren es auch noch mehr, ich wollte jetzt nur nicht so angeben. Jedenfalls reichen die sechs Russen aus, um Russland auf der hübsch illustrierten statistischen Septentryo-Weltkarte hellgrün einzufärben. Deutschland ist auf dieser Karte dunkelgrün gefärbt (das heißt also, für alle mitleidigen Schmunzler, dass es in unserem Lande ein paar mehr sind als sechs, sogar mehr als sechzig, ätsch); außer Russland schaffen es noch China und die Vereinigten Staaten für den Monat September ins helle Grün. Man stelle sich vor und greife sich bewegt an die Brust: die einstigen Klassenfeinde und heutigen Wirtschaftsrivalen friedvoll vereint in einem einzigen frischen Mintton! Und dazwischen, in sattem Moosgrün, das liebe Deutschland als Mittler und Zusammenführer! Schlagen da nicht Diplomatenherzen höher (da fällt mir ein, vielleicht sind meine ausländischen Leser ja sogar Diplomaten. Huhuu, Kuckuck, hab euch erkannt!)?
Vor allem drängt es mich aber zu erfahren: Wer seid ihr, fremde Russen? Russlanddeutsche? Ich dachte immer, die können eigentlich kein Deutsch und wollen trotzdem in Deutschland wohnen, weil's hier schöner ist. Ehemalige KGB-Agenten, Nostalgiker der DDR? Aber ich bin doch Wessi, findet ihr bei mir, was ihr sucht? Oder habt ihr von der Stasi erfahren, dass die Familie meines Vaters damals vor den Sowjets aus Sachsen floh und hattet mich eh in den Akten? Oder seid ihr am Ende einfach nur unspektakuläre Studenten der Germanistik oder, noch schlimmer, deutsche Studenten der Slawistik, die ein bisschen virtuelle Heimatluft schnuppern wollen? Geht ja doch immer mal wieder um Heimat bei Septentryo, das habt ihr richtig erkannt.
Liebe sechs Russen, wer auch immer ihr seid, ich kann eure Sprache nicht. Deshalb bin ich froh und dankbar, dass ihr meine könnt. Ich würde euch ja auch gern mal besuchen, aber irgendwie ist mir eure Regierung nicht ganz koscher und auch nicht eure goldbehängten Milliardärsgattinen, und ich kann immer nur eine ganz kleine Pfütze Wodka trinken, dann schüttelts mich schon. Ich bin also nicht sehr geeignet für ein Leben bei euch. Aber ich danke euch für euer Interesse an Septentryo, und ihr seid ganz herzlich eingeladen zur nächsten Lesung. Die findet im Freien statt im Oktober, dürfte für euch also ein angenehmes Ambiente sein, in dem ihr euch mit viel Wodka warmtrinken könnt. Ich glaube, für euch sechs hätten wir hier zur Not sogar ein Schlafplätzchen.
Sonntag, 19. September 2010
Hispania II: Mentalitätsnahes Beschmutzen und Putzen
Gibt es in Ihrem Haushalt Domestos? Nein? Clorix? Auch nicht? Dachte ich mir. Sie reinigen vermutlich mit Frosch-Reiniger oder einem ähnlichen Produkt, auf dem etwas von biologischer Abbaubarkeit steht. Und ich möchte fast wetten, dass Sie, wenn es die Wahl zwischen Papier- und Plastiktüten gibt, beherzt zum Papier greifen oder vielleicht sogar, das wäre schon sehr vorbildlich, einen Korb oder eine Stofftasche zum Einkaufen mitnehmen; vielleicht füllen Sie auch alle Einkäufe in Ihren Rucksack oder Ihre Fahrradtasche. Willkommen im modernen, umweltbewussten Deutschland der schöneren Schichten, die in den Achtzigern verängstigt ans Waldsterben geglaubt haben und wenn möglich gern die Wale retten wollen. Und für die eine sorgfältige Mülltrennung sehr viel sicherer ist als das Amen in der Kirche. Willkommen im zivilisierten Westeuropa.
Nun liegt Spanien ja eindeutig weiter im Westen als Deutschland, aber in puncto Umweltschutz denke ich manchmal, die Moderne ist dort noch nicht angekommen. Ist übertrieben, ich weiß. Aber umgekehrt leben wir aus spanischer Sichtweise einfach nur im Dreck. Und sind insofern zutiefst rückständig, als wir einfach den Komfort der Keimfreiheit nicht begriffen haben. Ich denke, das hat vor allem historische Gründe: Als Deutschland sich Gedanken um sauren Regen und das Waldsterben machte, hatte Spanien gerade ein paar francofreie Jahre und gleich den ersten Staatsstreich hinter sich; wer konnte, floh vom armen, dreckigen Land in die erwachenden Städte, ließ das Bauerndasein und die dunkle Vergangenheit zurück und leistete sich als erstes ein sauberes Wasserklosett, am besten mit Bidet. Sagt der Abort des Menschen doch alles über seine sonstige Lebensweise.
Zur gleichen Zeit erfuhr der recht fortschrittlich lebende Deutsche, dass die Atomenergie vielleicht sein Gemüse verseucht und dass eine Plastiktüte im Wald 300 Jahre braucht, um zu verrotten. Und es war ihm nicht egal. Zaghaft erst, dann zunehmend mit System, begann er, Plastik zu sparen, nahm fürs gemischte Obst vielleicht nur eine Tüte und packte die Bananen gleich gar nicht mehr ein, kehrte am Ende, aber das dauerte noch ein bisschen, sogar zur Papiertüte zurück. Meisterlich wurde der ökologisch besorgte Deutsche in der Mülltrennung, er wurde ein wahrer Meistermülltrenner (oder Mülltrennmeister): Das Altpapier bekam ein Körbchen, das Glas drei verschiedene Beutelchen je nach Farbe, der Biomüll kam in die schwarze oder grüne Tonne, wenn nicht gleich auf den hauseigenen Kompost. Und dann war da noch, jahaaa, der Grüne Punkt mit seinem gelben Sack. In vielen Ortschaften der Lieblings-Streitpunkt unzufriedener Bürger, die sich von ihren Kommunaloberen sinnlos geknechtet fühlten, wussten doch einige aus guter Quelle, dass all die gelben Säcke mit ihrem Plastikmüll hinterher sowieso wieder zusammen mit dem ganz normalen Müll (von dem manch einer gar nicht mehr wusste, was man ihn eigentlich noch werfen durfte) in der Verbrennungsanlage landeten.
Und so trennt er, trotz zeitweiliger Erbostheit, bis heute, der brave Biodeutsche. Es ergaben sich auch neue Sozialnischen aus dieser Mülltrennung, wie die der Glas- und Dosensammler. Das Plastik ist von den Kassen der Supermärkte hierzulande weitgehend verschwunden, oder es kostet extra. Und Reinigungsmittel sind heute alle biologisch abbaubar, oder sie bleiben im Regal stehen. Wenn der Abfluss mal verstopft ist, na was ist denn schon dabei, da nimmt man nicht einfach Abflussfrei, denn das ist ätzend, sondern man nimmt erst mal den Plömmel und pumpt ordentlich. Oder versucht's mit Omas gutem Kaffeesatz. Nicht so bei unseren südländischen Freunden.
Gehen Sie mal in einen spanischen Supermarkt, kaufen Sie ordentlich ein. Sagen wir für 30 Euro. Da kommen Sie aber unter 6 Tüten nicht raus. Plastik, versteht sich. Die Papiertüte existiert nicht südlich der Pyrenäen. Und Sie werden verdammt komisch angeguckt, wenn Sie mit einem Rucksack ankommen und an der Kasse anfangen, alles da reinzustopfen, das sage ich Ihnen. Man hält Sie dann gleich für einen Rucksacktouristen (der Sie ja vielleicht auch sind) oder Streuner. Und in ähnliche Kategorien fallen Sie, wenn Sie erzählen, dass Sie zu Hause nur mit Bio-Reinigern putzen, möglichst ohne Chemie, gar noch begleitet von der Aussage, Sterilität sei nicht Ihr oberstes Haushaltsziel. Um Himmels Willen, virgen santa, da werden die Sie umgebenden Hände aber entsetzt über dem Kopf zusammen geschlagen.
Das Zauberwort iberischer Heimhygiene nämlich ist lejía. Bei uns bekannt und von Privatleuten kaum noch gekauft als Domestos oder Clorix. Eine garantiert nicht biologisch abbaubare Chemiebombe, die auch zum Bleichen von Kleidung verwendet wird. Ökohaushaltsvorstehern und -vorsteherinnen gestern wie heute ein Dorn im Auge. Im spansichen Heim dagegen wird lejía gern für die Reinigung und Entkeimung von allem verwendet: Böden, Toilette, Spüle, Wäsche, Abflüsse, Badewannen, Türklinken, Futternäpfe. Dank lejía ist der spanische Durchschnittshaushalt zu 99% keimfrei. Man könnte im Grunde überall vom Boden essen, wenn man nicht diese lästige Chlorvergiftung davon bekäme. Eine Bekannte erzählte einmal, seit sie einen Hund habe, verdünne sie die lejía gar nicht mehr mit Wasser, sondern reinige den Boden einfach mit lejía pura. Auf die etwas entsetzte Frage, ob sie denn nicht Angst habe, der Hund könne Reste des Reinigungsmittels beim Knochenknabbern versehentlich vom Boden aufschlecken, erwiderte sie leicht pikiert, Hundeknochen seien ja wohl zum Verzehr außer Haus gedacht.
Es hat ja alles auch sein Gutes. Die Millionen Touristen, die jährlich in spanischen Betten übernachten, hinterlassen ja doch eine Menge Keime. Da hilft lejía letztlich vielleicht auch, die Volksgesundheit zu erhalten. Und der typische deutsche Öko-Tourist in Spanien hat für seine Schmutzwäsche und seine dreckigen Wanderschuhe immer eine Plastiktüte zu wenig, weil die daheim ja kaum noch zu kriegen sind. Er braucht nur in einen beliebigen Supermarkt zu gehen und eine Packung Vollkornkekse zu kaufen, schon hat er zwei frische, neue Tüten. Die kann er dann wieder für die nächsten drei Jahre verwenden.
Dies alles sei Ihnen nur auf den Weg gegeben, falls Sie daran denken, Ihr Domizil dauerhaft oder zeitweise auf die iberische Halbinsel zu verlegen: Kaufen Sie zu Hause ordentlich Bio-Putzmittel ein und nehmen Sie sich, falls dies für Sie in Frage kommt, besser eine deutsche Putzfrau. Es sei denn, Sie möchten es einmal hygienisch rein haben.
Nun liegt Spanien ja eindeutig weiter im Westen als Deutschland, aber in puncto Umweltschutz denke ich manchmal, die Moderne ist dort noch nicht angekommen. Ist übertrieben, ich weiß. Aber umgekehrt leben wir aus spanischer Sichtweise einfach nur im Dreck. Und sind insofern zutiefst rückständig, als wir einfach den Komfort der Keimfreiheit nicht begriffen haben. Ich denke, das hat vor allem historische Gründe: Als Deutschland sich Gedanken um sauren Regen und das Waldsterben machte, hatte Spanien gerade ein paar francofreie Jahre und gleich den ersten Staatsstreich hinter sich; wer konnte, floh vom armen, dreckigen Land in die erwachenden Städte, ließ das Bauerndasein und die dunkle Vergangenheit zurück und leistete sich als erstes ein sauberes Wasserklosett, am besten mit Bidet. Sagt der Abort des Menschen doch alles über seine sonstige Lebensweise.
Zur gleichen Zeit erfuhr der recht fortschrittlich lebende Deutsche, dass die Atomenergie vielleicht sein Gemüse verseucht und dass eine Plastiktüte im Wald 300 Jahre braucht, um zu verrotten. Und es war ihm nicht egal. Zaghaft erst, dann zunehmend mit System, begann er, Plastik zu sparen, nahm fürs gemischte Obst vielleicht nur eine Tüte und packte die Bananen gleich gar nicht mehr ein, kehrte am Ende, aber das dauerte noch ein bisschen, sogar zur Papiertüte zurück. Meisterlich wurde der ökologisch besorgte Deutsche in der Mülltrennung, er wurde ein wahrer Meistermülltrenner (oder Mülltrennmeister): Das Altpapier bekam ein Körbchen, das Glas drei verschiedene Beutelchen je nach Farbe, der Biomüll kam in die schwarze oder grüne Tonne, wenn nicht gleich auf den hauseigenen Kompost. Und dann war da noch, jahaaa, der Grüne Punkt mit seinem gelben Sack. In vielen Ortschaften der Lieblings-Streitpunkt unzufriedener Bürger, die sich von ihren Kommunaloberen sinnlos geknechtet fühlten, wussten doch einige aus guter Quelle, dass all die gelben Säcke mit ihrem Plastikmüll hinterher sowieso wieder zusammen mit dem ganz normalen Müll (von dem manch einer gar nicht mehr wusste, was man ihn eigentlich noch werfen durfte) in der Verbrennungsanlage landeten.
Und so trennt er, trotz zeitweiliger Erbostheit, bis heute, der brave Biodeutsche. Es ergaben sich auch neue Sozialnischen aus dieser Mülltrennung, wie die der Glas- und Dosensammler. Das Plastik ist von den Kassen der Supermärkte hierzulande weitgehend verschwunden, oder es kostet extra. Und Reinigungsmittel sind heute alle biologisch abbaubar, oder sie bleiben im Regal stehen. Wenn der Abfluss mal verstopft ist, na was ist denn schon dabei, da nimmt man nicht einfach Abflussfrei, denn das ist ätzend, sondern man nimmt erst mal den Plömmel und pumpt ordentlich. Oder versucht's mit Omas gutem Kaffeesatz. Nicht so bei unseren südländischen Freunden.
Gehen Sie mal in einen spanischen Supermarkt, kaufen Sie ordentlich ein. Sagen wir für 30 Euro. Da kommen Sie aber unter 6 Tüten nicht raus. Plastik, versteht sich. Die Papiertüte existiert nicht südlich der Pyrenäen. Und Sie werden verdammt komisch angeguckt, wenn Sie mit einem Rucksack ankommen und an der Kasse anfangen, alles da reinzustopfen, das sage ich Ihnen. Man hält Sie dann gleich für einen Rucksacktouristen (der Sie ja vielleicht auch sind) oder Streuner. Und in ähnliche Kategorien fallen Sie, wenn Sie erzählen, dass Sie zu Hause nur mit Bio-Reinigern putzen, möglichst ohne Chemie, gar noch begleitet von der Aussage, Sterilität sei nicht Ihr oberstes Haushaltsziel. Um Himmels Willen, virgen santa, da werden die Sie umgebenden Hände aber entsetzt über dem Kopf zusammen geschlagen.
Das Zauberwort iberischer Heimhygiene nämlich ist lejía. Bei uns bekannt und von Privatleuten kaum noch gekauft als Domestos oder Clorix. Eine garantiert nicht biologisch abbaubare Chemiebombe, die auch zum Bleichen von Kleidung verwendet wird. Ökohaushaltsvorstehern und -vorsteherinnen gestern wie heute ein Dorn im Auge. Im spansichen Heim dagegen wird lejía gern für die Reinigung und Entkeimung von allem verwendet: Böden, Toilette, Spüle, Wäsche, Abflüsse, Badewannen, Türklinken, Futternäpfe. Dank lejía ist der spanische Durchschnittshaushalt zu 99% keimfrei. Man könnte im Grunde überall vom Boden essen, wenn man nicht diese lästige Chlorvergiftung davon bekäme. Eine Bekannte erzählte einmal, seit sie einen Hund habe, verdünne sie die lejía gar nicht mehr mit Wasser, sondern reinige den Boden einfach mit lejía pura. Auf die etwas entsetzte Frage, ob sie denn nicht Angst habe, der Hund könne Reste des Reinigungsmittels beim Knochenknabbern versehentlich vom Boden aufschlecken, erwiderte sie leicht pikiert, Hundeknochen seien ja wohl zum Verzehr außer Haus gedacht.
Es hat ja alles auch sein Gutes. Die Millionen Touristen, die jährlich in spanischen Betten übernachten, hinterlassen ja doch eine Menge Keime. Da hilft lejía letztlich vielleicht auch, die Volksgesundheit zu erhalten. Und der typische deutsche Öko-Tourist in Spanien hat für seine Schmutzwäsche und seine dreckigen Wanderschuhe immer eine Plastiktüte zu wenig, weil die daheim ja kaum noch zu kriegen sind. Er braucht nur in einen beliebigen Supermarkt zu gehen und eine Packung Vollkornkekse zu kaufen, schon hat er zwei frische, neue Tüten. Die kann er dann wieder für die nächsten drei Jahre verwenden.
Dies alles sei Ihnen nur auf den Weg gegeben, falls Sie daran denken, Ihr Domizil dauerhaft oder zeitweise auf die iberische Halbinsel zu verlegen: Kaufen Sie zu Hause ordentlich Bio-Putzmittel ein und nehmen Sie sich, falls dies für Sie in Frage kommt, besser eine deutsche Putzfrau. Es sei denn, Sie möchten es einmal hygienisch rein haben.
Mittwoch, 18. August 2010
Fraunoelle wird fast berühmt, aber es geht sich nicht aus
Vielleicht käme ich auch gar nicht zurecht dort unten. Dieses Land ist nicht nur voller gefährlicher Berge, sondern auch voller sprachlicher Tücken. Ständig stampft man in Fettnäpfchen, wenn man seine vermeintliche Muttersprache spricht. Und die Einheimischen denken auch noch, man mache das extra und wolle sich auf snobistische Weise über sie lustig machen. Deshalb ist es vielleicht gut, dass ich dann doch nicht als Kulturbeitrag aus Deutschland eingeladen wurde in dieses Wiener Atelier.
Es ist nämlich so, dass ich in der Stadt am Steffl öfter zu Gast bin, freundschaftsbedingt. Der Freund ist einer der vielen Tausend deutschen Arbeitsmigranten in Österreich. Ich mag das Land auch ganz gern, meine österreichische Kinderfrau pflegte seinerzeit immer vorzüglich für mich zu kochen, da ging die Liebe für dieses unbekannte Land in den Bergen schon früh durch meinen Magen. Damals fand ich zwar schon die Sprache der guten Frau komisch, war aber noch zu jung, um die Gelegenheit zur regiolektalen Weiterbildung zu ergreifen. Und so fiel ich dann im Erwachsenenalter trotz frühkindlichen Sprachkontakts einige Male schmerzhaft auf die Touristennase. Am schlimmsten mit der Kolatsche.
Was Topfen ist, hat sicherlich ein höherer Prozentsatz der Deutschen durch irgendein kulinarisches Zusammentreffen einmal gelernt. Es ist ungefähr das, was wir Quark nennen. In Österreich serviert man ihn gern in Verbindung mit süßem Gebäck. So weit, so bekannt. Aber was, bitte, ist eine Kolatsche? Betonung liegt auf dem a, dieses wird lang ausgesprochen. Das Wort erinnert ein wenig an eine Mischung aus Datscha und Kot am Schuh. Ich sah es erstmals geschrieben an einer Backwarenauslage im Wiener Westbahnhof. Beim flüchtigen Lesen dachte ich wohl, der Name verheißt gar nichts Gutes, aber es sieht halt gut aus, und bestellte deshalb trotzdem, sogar ein wenig gespannt auf den Geschmack: "Also, ich hätte dann gern so eine Topfen-Klotasche". Solche Fehler findet gewiss nicht jeder Österreicher lustig, hätte ich denn überhaupt mit meinem absichtlichen Humor bei einem Auftritt jemanden dort zum Lachen bringen können?
Mehr als im nominalen Bereich habe ich inzwischen bei den österreichischen Phrasen gelernt. Aus der einen oder anderen würde ich glatt ein Bedürfnislehnwort machen. Meine Lieblingsphrase ist die, mit der man auch wunderbar den Grund für meine geplatzte Lesung im Wiener Atelier, sowie alle anderen Unpässlichkeiten der Welt erklären kann: Es ging sich nicht aus. Meine erste praktische Erfahrung mit etwas, das erst so aussah, als ginge es sich aus, sich aber dann doch nicht ausging, war im Winter. Wiener Winter, schöner Winter, wir wollten rodeln gehen, das konnte man zu jenem Zeitpunkt sogar auf Wiens verschneiten Straßen. Und eine Freundin meines Freundes bot sich an, Leihschlitten zu besorgen. Diese Vereinbarung abends getroffen, bekamen wir am nächsten Tag am Vormittag eine sms: "Geht sich alles aus mit rodeln, sag euch dann wo." Fein, dachten wir, mein deutscher Arbeitsmigrantenfreund und ich, es geht also alles klar mit den Leihschlitten. Dann können wir ja in Ruhe frühstücken.
Zeit verging, nach einer Weile wagten wir eine Nachfrage per sms, ob das denn nun noch hinhaue mit den Mietschlitten. Mein schon teilassimilierter Migrantenfreund schrieb hochangepasst: "Geht sich das denn noch aus?" Die Antwort kam schnell und präzis: "Eh." Dies ist nun, sei dem Nordgermanen erklärt, das viel österreichischere Wörtchen für unser deutschtümelndes "klar", "sicher" oder "natürlich". Wir trauten uns also nicht, forscher zu fragen und warteten ab. Schon dümpelte die frühe Januardunkelheit, als endlich der ersehnte Anruf kam: "Also tut mir leid, mitn Markus is' sich heut alles net ausgangen, ich glaub des geht sich jetzt auch nimmer aus mit Rodeln, also ich tät euch morgen anrufen, passt des eh?" "Klar, kein Problem", hätte ich wenn auch zähneknirschend geantwortet, "Ja, eh", sagte mein braver Migrantenfreund. Es hatte also, kurz ins umständlichere Deutsch übersetzt, Probleme oder Streit gegeben mit ihrem Freund, die dazu geführt hatten, dass sich die Schlitten-mietangelegenheit derart verzögerte, dass am Ende keine Zeit mehr dafür blieb. Und wenn irgendetwas sich nicht ganz ausgeht und man fühlt sich irgendwie schuldig daran, dann ist es höflich zu fragen, ob das passt. Und wenn man sich relativ sicher ist, dass es schon passen wird, dann fragt man gleich, ob des eh passt. Meistens wird man ein entwarnendes "eh" zur Antwort bekommen.
Besagter Migrantenfreund hatte nun, um endlich den erzählerischen Bogen zu schließen, die Idee, mich in seinem mit Kollegen gemieteten Wiener Atelier lesen zu lassen. Was wäre das eine Ehre gewesen, verehrter Leser, Fraunoelle live im Ausland! Aber, sie ahnen es schon: Zwischen den Atelierbewohnern hat es Zwist gegeben, wie Sie es noch vor dem Lesen dieses Eintrags formuliert hätten, jetzt aber vielmehr: Es ging sich nicht mehr aus zwischen denen. Nun steht mein Migrantenfreund ateliermäßig auf der Straße und ich nicht auf der Bühne. Denn wenn es sich zwischen denen nicht mehr ausging, konnte es sich natürlich auch mit meiner Lesung nicht ausgehen. Aber passt eh.
Es ist nämlich so, dass ich in der Stadt am Steffl öfter zu Gast bin, freundschaftsbedingt. Der Freund ist einer der vielen Tausend deutschen Arbeitsmigranten in Österreich. Ich mag das Land auch ganz gern, meine österreichische Kinderfrau pflegte seinerzeit immer vorzüglich für mich zu kochen, da ging die Liebe für dieses unbekannte Land in den Bergen schon früh durch meinen Magen. Damals fand ich zwar schon die Sprache der guten Frau komisch, war aber noch zu jung, um die Gelegenheit zur regiolektalen Weiterbildung zu ergreifen. Und so fiel ich dann im Erwachsenenalter trotz frühkindlichen Sprachkontakts einige Male schmerzhaft auf die Touristennase. Am schlimmsten mit der Kolatsche.
Was Topfen ist, hat sicherlich ein höherer Prozentsatz der Deutschen durch irgendein kulinarisches Zusammentreffen einmal gelernt. Es ist ungefähr das, was wir Quark nennen. In Österreich serviert man ihn gern in Verbindung mit süßem Gebäck. So weit, so bekannt. Aber was, bitte, ist eine Kolatsche? Betonung liegt auf dem a, dieses wird lang ausgesprochen. Das Wort erinnert ein wenig an eine Mischung aus Datscha und Kot am Schuh. Ich sah es erstmals geschrieben an einer Backwarenauslage im Wiener Westbahnhof. Beim flüchtigen Lesen dachte ich wohl, der Name verheißt gar nichts Gutes, aber es sieht halt gut aus, und bestellte deshalb trotzdem, sogar ein wenig gespannt auf den Geschmack: "Also, ich hätte dann gern so eine Topfen-Klotasche". Solche Fehler findet gewiss nicht jeder Österreicher lustig, hätte ich denn überhaupt mit meinem absichtlichen Humor bei einem Auftritt jemanden dort zum Lachen bringen können?
Mehr als im nominalen Bereich habe ich inzwischen bei den österreichischen Phrasen gelernt. Aus der einen oder anderen würde ich glatt ein Bedürfnislehnwort machen. Meine Lieblingsphrase ist die, mit der man auch wunderbar den Grund für meine geplatzte Lesung im Wiener Atelier, sowie alle anderen Unpässlichkeiten der Welt erklären kann: Es ging sich nicht aus. Meine erste praktische Erfahrung mit etwas, das erst so aussah, als ginge es sich aus, sich aber dann doch nicht ausging, war im Winter. Wiener Winter, schöner Winter, wir wollten rodeln gehen, das konnte man zu jenem Zeitpunkt sogar auf Wiens verschneiten Straßen. Und eine Freundin meines Freundes bot sich an, Leihschlitten zu besorgen. Diese Vereinbarung abends getroffen, bekamen wir am nächsten Tag am Vormittag eine sms: "Geht sich alles aus mit rodeln, sag euch dann wo." Fein, dachten wir, mein deutscher Arbeitsmigrantenfreund und ich, es geht also alles klar mit den Leihschlitten. Dann können wir ja in Ruhe frühstücken.
Zeit verging, nach einer Weile wagten wir eine Nachfrage per sms, ob das denn nun noch hinhaue mit den Mietschlitten. Mein schon teilassimilierter Migrantenfreund schrieb hochangepasst: "Geht sich das denn noch aus?" Die Antwort kam schnell und präzis: "Eh." Dies ist nun, sei dem Nordgermanen erklärt, das viel österreichischere Wörtchen für unser deutschtümelndes "klar", "sicher" oder "natürlich". Wir trauten uns also nicht, forscher zu fragen und warteten ab. Schon dümpelte die frühe Januardunkelheit, als endlich der ersehnte Anruf kam: "Also tut mir leid, mitn Markus is' sich heut alles net ausgangen, ich glaub des geht sich jetzt auch nimmer aus mit Rodeln, also ich tät euch morgen anrufen, passt des eh?" "Klar, kein Problem", hätte ich wenn auch zähneknirschend geantwortet, "Ja, eh", sagte mein braver Migrantenfreund. Es hatte also, kurz ins umständlichere Deutsch übersetzt, Probleme oder Streit gegeben mit ihrem Freund, die dazu geführt hatten, dass sich die Schlitten-mietangelegenheit derart verzögerte, dass am Ende keine Zeit mehr dafür blieb. Und wenn irgendetwas sich nicht ganz ausgeht und man fühlt sich irgendwie schuldig daran, dann ist es höflich zu fragen, ob das passt. Und wenn man sich relativ sicher ist, dass es schon passen wird, dann fragt man gleich, ob des eh passt. Meistens wird man ein entwarnendes "eh" zur Antwort bekommen.
Besagter Migrantenfreund hatte nun, um endlich den erzählerischen Bogen zu schließen, die Idee, mich in seinem mit Kollegen gemieteten Wiener Atelier lesen zu lassen. Was wäre das eine Ehre gewesen, verehrter Leser, Fraunoelle live im Ausland! Aber, sie ahnen es schon: Zwischen den Atelierbewohnern hat es Zwist gegeben, wie Sie es noch vor dem Lesen dieses Eintrags formuliert hätten, jetzt aber vielmehr: Es ging sich nicht mehr aus zwischen denen. Nun steht mein Migrantenfreund ateliermäßig auf der Straße und ich nicht auf der Bühne. Denn wenn es sich zwischen denen nicht mehr ausging, konnte es sich natürlich auch mit meiner Lesung nicht ausgehen. Aber passt eh.
Donnerstag, 5. August 2010
Hispania I: Relativität im Urlaub
Das erste, was ich als bleibende Lehre aus diesem Urlaub gezogen habe ist: Es kommt immer auf die Umgebung an. Alles Messbare lässt sich nur in Relation zu anderen Größen ausdrücken. Vermutlich hat Einstein sowas Ähnliches herausgefunden damals. Meine entsprechenden Erkenntnisse bezogen sich vor allem auf Alter, nationale Stereotypen und Körpergröße.
Fangen wir in der Mitte an, wo wir schon beim Urlaub sind. Ich bilde mir ein, ein ganz gutes Auge für die Nationalitäten von Menschen zu haben. Den Spanier an meiner Seite würde ich dem Ansehen nach nicht unbedingt für einen Spanier halten, wenn ich nicht wüsste, dass er einer ist. Er bindet kein schwarzes Haar zu einem Zopfe, kein schwarzer krauser Teppich will aus seinem obersten Hemdknopfloch, unter dem eine mahagonifarbene Haut durchscheint. Ich selbst wiederum werde gelegentlich für eine Südländerin gehalten – ich bin nicht blauäugig (dennoch auch nicht klein und schmal genug für die südländische Mode, erwähnte ich es?). Diese Einschätzungen bekamen wir von einer jungen Polin in Lissabon bestätigt, die auf die Auskunft über unsere Herkunft erstaunt zu Protokoll gab, an mich gerichtet: "Aber das kann doch gar nicht sein, Sie eine Deutsche und er ein Spanier. Sie haben doch eine dunklere Haut als er!". Offenbar kann der Augenschein aber auch ganz anders ausfallen, denn an anderer Stelle, im galizischen Lugo, man sprach über Hauttypen, erzählte eine befreundete Einheimische von einem Verwandten, dessen helle Haut sie offenbar geerbt habe, wiederum an mich gerichtet: "Und ich schwöre dir, der ist blonder als du!" Dazu muss man wissen, dass ich wirklich nicht besonders blond bin. Im Grunde bin ich eher die klassische Brünette. Aber es kommt eben auf das Bedürfnis der Umwelt nach einem jeweils gerade notwendigen Klischee an. Und da sind wir Deutschen dann noch am ehesten die Blonden. Vielleicht auch deshalb, weil es von uns mehr gibt als z.B. von den Schweden und wir international bekannter sind.
Und wir sind die Hochgewachsenen, während die Sonne des Südens zwar ein frohes Gemüt, dafür aber eine eher kleine Statur gedeihen zu lassen scheint. Auch da wurde ich bei unserer Reise in den spanischen Nordwesten der Relativität des scheinbar Offensichtlichen belehrt. In Deutschland oft belächelt, wenn er sagt, er sei gar nicht klein, wuchs mein Begleiter plötzlich, neben seine galizischen Landsleute gestellt, scheinbar an Zentimetern (freilich solange ich mich nicht selbst dazu stellte): Der Tankwart, der Nachbar, der Bäcker, alle waren plötzlich deutlich kleiner als er. Bei uns zu Hause bin allerdings ich diejenige für die hohen Schränke, ganz dem Klischee gemäß.
Das mit dem Alter schließlich hatte ich schon vorher bemerkt. Ich habe mir seit frühester Kindheit viele Gedanken um mein eigenes Alter, das anderer Menschen und das der Menschheit an sich gemacht. Begierig wartete ich jeden Tag darauf, endlich ein Jahr älter zu werden und nannte schon ab dem Verstreichen des sechsten Monats eines Lebensjahres stets das nächsthöhere. Seit einiger Zeit erst bin ich von diesem Brauch abgewichen, was wohl mit dem tatsächlich zunehmenden Verstreichen der Lebensjahre zusammenhängt. Jedenfalls weiß ich bis heute eigentlich immer auf den Tag genau, wie alt ich bin. Nicht so der Spanier an meiner Seite – nennen wir ihn doch ab jetzt Sergio; das ist der spanische Vorname, der von allen deutschen Fußballkommentatoren im Fernsehen immer italienisch ausgesprochen wird.
Sergio also, so dachte ich zunächst, als wir uns gerade kennen lernten, verschleiert sein Alter gern. Macht sich vor allem gern jünger. Als er das erste Mal in meiner Gegenwart danach gefragt wurde, gab er sein Alter um eineinhalb Jahre niedriger an als der Wahrheit entsprechend. Zuerst empört, stellte ich bald fest: Er weiß es nicht besser. Es ist ihm nicht in jedem Moment präsent, wie alt er nun gerade ist. Manchmal, wenn man ihn nach seinem Alter fragt und ich dabei bin, schaut er unsicher zu mir. 37 +/- 3, was macht das schon aus? Er hat sein eigenes Älterwerden nie sonderlich interessiert verfolgt. Aber dafür bin ich ja da, ich kenne sein Alter seit unserem ersten Treffen ebenso auf den Tag genau wie meins.
Kürzlich, in Santiago, bekam ich allerdings den endgültigen Beweis dafür, dass er auch mein Alter nicht genau kennt. Und das in einem schicksalhaften Moment: Ich entdeckte im Spiegel mein erstes graues Haar. Ergriffen und etwas betrübt seufzte ich: "Und dabei bin ich doch noch keine zwei Monate lang einunddreißig." Er stutzte, schaute mich lange ungläubig an. "Bist Du sicher? Ich dachte, du bist dreiunddreißig." Langsam wird es mir zu bunt. Vor drei Monaten hat er mich noch auf zweiunddreißig geschätzt. Wie soll das werden, wenn er mich mal als vermisst melden will und mein Geburtsdatum angeben muss? Ich würde meine Entführer bitten, ihm freundlicherweise meinen Personalausweis dazulassen. Vielleicht lässt mich aber auch mein erstes graues Haar gleich älter erscheinen.
Ich fasse also die Lehren aus diesem Urlaub zusammen:
- Es gibt keine Großen und keine Kleinen, der Mensch lebt in einer Art Bluebox, der Hintergrund bestimmt den Gesamteindruck. Gleiches gilt für Haut- und Haarfarbe. Gehen Sie als Brünetter nach Schweden und Sie sehen aus wie ein moslemischer Terrorist.
- Das Egalsein des Alters wäre wohl ein erstrebenswertes Gesellschaftsziel; manch einer hat es schon erreicht. Wenn das Alter allerdings völlig relativ und egal ist, verlieren eine Menge Menschen ihren Arbeitsplatz und eine Menge Dinge ihre Bestimmung. Die Kosmetikindustrie. Die Schönheitschiurgie. Damit etliche Rubriken der Klatschblätter. Die Frauenzeitschriften für Frauen ab 40. Die Mode für Best-Agers. Ach, die Kette wäre endlos fortzuführen. Ich weiß nicht, ob ich an all diesen Einbrüchen und der daraus resultierenden Wirtschaftskrise Schuld sein will, denn ausbaden müssen es ja doch wieder wir jungen Leute (ha, richtig gedacht: Sind wir jung?). Ich werde deshalb weiter mein Alter im Blick behalten und das von Sergio dazu. Vielleicht kann er sich ja irgendwann wenigstens mein Sternzeichen merken.
Fangen wir in der Mitte an, wo wir schon beim Urlaub sind. Ich bilde mir ein, ein ganz gutes Auge für die Nationalitäten von Menschen zu haben. Den Spanier an meiner Seite würde ich dem Ansehen nach nicht unbedingt für einen Spanier halten, wenn ich nicht wüsste, dass er einer ist. Er bindet kein schwarzes Haar zu einem Zopfe, kein schwarzer krauser Teppich will aus seinem obersten Hemdknopfloch, unter dem eine mahagonifarbene Haut durchscheint. Ich selbst wiederum werde gelegentlich für eine Südländerin gehalten – ich bin nicht blauäugig (dennoch auch nicht klein und schmal genug für die südländische Mode, erwähnte ich es?). Diese Einschätzungen bekamen wir von einer jungen Polin in Lissabon bestätigt, die auf die Auskunft über unsere Herkunft erstaunt zu Protokoll gab, an mich gerichtet: "Aber das kann doch gar nicht sein, Sie eine Deutsche und er ein Spanier. Sie haben doch eine dunklere Haut als er!". Offenbar kann der Augenschein aber auch ganz anders ausfallen, denn an anderer Stelle, im galizischen Lugo, man sprach über Hauttypen, erzählte eine befreundete Einheimische von einem Verwandten, dessen helle Haut sie offenbar geerbt habe, wiederum an mich gerichtet: "Und ich schwöre dir, der ist blonder als du!" Dazu muss man wissen, dass ich wirklich nicht besonders blond bin. Im Grunde bin ich eher die klassische Brünette. Aber es kommt eben auf das Bedürfnis der Umwelt nach einem jeweils gerade notwendigen Klischee an. Und da sind wir Deutschen dann noch am ehesten die Blonden. Vielleicht auch deshalb, weil es von uns mehr gibt als z.B. von den Schweden und wir international bekannter sind.
Und wir sind die Hochgewachsenen, während die Sonne des Südens zwar ein frohes Gemüt, dafür aber eine eher kleine Statur gedeihen zu lassen scheint. Auch da wurde ich bei unserer Reise in den spanischen Nordwesten der Relativität des scheinbar Offensichtlichen belehrt. In Deutschland oft belächelt, wenn er sagt, er sei gar nicht klein, wuchs mein Begleiter plötzlich, neben seine galizischen Landsleute gestellt, scheinbar an Zentimetern (freilich solange ich mich nicht selbst dazu stellte): Der Tankwart, der Nachbar, der Bäcker, alle waren plötzlich deutlich kleiner als er. Bei uns zu Hause bin allerdings ich diejenige für die hohen Schränke, ganz dem Klischee gemäß.
Das mit dem Alter schließlich hatte ich schon vorher bemerkt. Ich habe mir seit frühester Kindheit viele Gedanken um mein eigenes Alter, das anderer Menschen und das der Menschheit an sich gemacht. Begierig wartete ich jeden Tag darauf, endlich ein Jahr älter zu werden und nannte schon ab dem Verstreichen des sechsten Monats eines Lebensjahres stets das nächsthöhere. Seit einiger Zeit erst bin ich von diesem Brauch abgewichen, was wohl mit dem tatsächlich zunehmenden Verstreichen der Lebensjahre zusammenhängt. Jedenfalls weiß ich bis heute eigentlich immer auf den Tag genau, wie alt ich bin. Nicht so der Spanier an meiner Seite – nennen wir ihn doch ab jetzt Sergio; das ist der spanische Vorname, der von allen deutschen Fußballkommentatoren im Fernsehen immer italienisch ausgesprochen wird.
Sergio also, so dachte ich zunächst, als wir uns gerade kennen lernten, verschleiert sein Alter gern. Macht sich vor allem gern jünger. Als er das erste Mal in meiner Gegenwart danach gefragt wurde, gab er sein Alter um eineinhalb Jahre niedriger an als der Wahrheit entsprechend. Zuerst empört, stellte ich bald fest: Er weiß es nicht besser. Es ist ihm nicht in jedem Moment präsent, wie alt er nun gerade ist. Manchmal, wenn man ihn nach seinem Alter fragt und ich dabei bin, schaut er unsicher zu mir. 37 +/- 3, was macht das schon aus? Er hat sein eigenes Älterwerden nie sonderlich interessiert verfolgt. Aber dafür bin ich ja da, ich kenne sein Alter seit unserem ersten Treffen ebenso auf den Tag genau wie meins.
Kürzlich, in Santiago, bekam ich allerdings den endgültigen Beweis dafür, dass er auch mein Alter nicht genau kennt. Und das in einem schicksalhaften Moment: Ich entdeckte im Spiegel mein erstes graues Haar. Ergriffen und etwas betrübt seufzte ich: "Und dabei bin ich doch noch keine zwei Monate lang einunddreißig." Er stutzte, schaute mich lange ungläubig an. "Bist Du sicher? Ich dachte, du bist dreiunddreißig." Langsam wird es mir zu bunt. Vor drei Monaten hat er mich noch auf zweiunddreißig geschätzt. Wie soll das werden, wenn er mich mal als vermisst melden will und mein Geburtsdatum angeben muss? Ich würde meine Entführer bitten, ihm freundlicherweise meinen Personalausweis dazulassen. Vielleicht lässt mich aber auch mein erstes graues Haar gleich älter erscheinen.
Ich fasse also die Lehren aus diesem Urlaub zusammen:
- Es gibt keine Großen und keine Kleinen, der Mensch lebt in einer Art Bluebox, der Hintergrund bestimmt den Gesamteindruck. Gleiches gilt für Haut- und Haarfarbe. Gehen Sie als Brünetter nach Schweden und Sie sehen aus wie ein moslemischer Terrorist.
- Das Egalsein des Alters wäre wohl ein erstrebenswertes Gesellschaftsziel; manch einer hat es schon erreicht. Wenn das Alter allerdings völlig relativ und egal ist, verlieren eine Menge Menschen ihren Arbeitsplatz und eine Menge Dinge ihre Bestimmung. Die Kosmetikindustrie. Die Schönheitschiurgie. Damit etliche Rubriken der Klatschblätter. Die Frauenzeitschriften für Frauen ab 40. Die Mode für Best-Agers. Ach, die Kette wäre endlos fortzuführen. Ich weiß nicht, ob ich an all diesen Einbrüchen und der daraus resultierenden Wirtschaftskrise Schuld sein will, denn ausbaden müssen es ja doch wieder wir jungen Leute (ha, richtig gedacht: Sind wir jung?). Ich werde deshalb weiter mein Alter im Blick behalten und das von Sergio dazu. Vielleicht kann er sich ja irgendwann wenigstens mein Sternzeichen merken.
Mittwoch, 28. Juli 2010
Fraunoelles Hispania die Erste
Ich habe mir etwas überlegt, liebe Freunde der Frau N. und des guten Geschmacks: Ich versuche es mal wieder mit einem Sammelthema. In der Hoffnung, dass es tatsächlich ein Sammel- und nicht bloß ein Thema wird, will ich von nun an in noellescher Regelmäßigkeit Anekdoten aus meinem Leben an der Seite Spaniens schildern. Andere haben mit sowas Geld gemacht, wobei ich gar nicht weiß, ob die Verfilmung von "Maria, ihm schmeckt's nicht" ebenso erfolgreich war wie das Buch. Zu vermuten ist auch, dass das ach so pittoreske Leben der Italiener bei der Mehrzahl der Deutschen auf ewig mehr Zuspruch und Interesse finden wird als das der nicht ganz so possierlichen Spanier, die uns beim Fußball nun seit zwei Jahren eh nur noch den Spaß verderben.
Nun – Freunde der Kniefeige und der Hostienschändung haben es vielleicht schon bemerkt – ich werde zunehmend hispanophiler. Zwar ist die iberische Immobilienblase inzwischen schmerzhaft geplatzt, aber bitte, der Schuster-José Luis tut wenigstens was gegen die Schulden, während der italienische Ministerpräsident sich doch im Grunde nur um sein Image bei den Frauen sorgt und sein Land weiter lustig auf Pump leben lässt. Spanien ist irgendwie ehrlicher. Und die Mode freakiger. In italienische Klamotten passe ich eh nicht rein, weder von den Maßen noch vom Stil her. Deshalb also, für Euch, ab jetzt und in Zukunft hoffentlich häufiger: mein Spanien. Da war ich gerade. Mit dem Spanier. Erzählung folgt sogleich.
Nun – Freunde der Kniefeige und der Hostienschändung haben es vielleicht schon bemerkt – ich werde zunehmend hispanophiler. Zwar ist die iberische Immobilienblase inzwischen schmerzhaft geplatzt, aber bitte, der Schuster-José Luis tut wenigstens was gegen die Schulden, während der italienische Ministerpräsident sich doch im Grunde nur um sein Image bei den Frauen sorgt und sein Land weiter lustig auf Pump leben lässt. Spanien ist irgendwie ehrlicher. Und die Mode freakiger. In italienische Klamotten passe ich eh nicht rein, weder von den Maßen noch vom Stil her. Deshalb also, für Euch, ab jetzt und in Zukunft hoffentlich häufiger: mein Spanien. Da war ich gerade. Mit dem Spanier. Erzählung folgt sogleich.
Abonnieren
Posts (Atom)